Dr. Gerrit Holl

Alter:  40
Familie:  verheiratet 
Wohnt in:  Am Adamsberg
Beruf:  Physiker beim deutschen Wetterdienst
Engagement:

 Wegewart für die Wanderwege um Heigenbrücken

 

 

Persönliche Stellungnahme:

Ich bin Gerrit Holl, 40 Jahre jung, und arbeite als Physiker beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Ich bin gebürtiger Niederländer und
habe bereits wegen und während meines Studiums und der nachfolgenden Arbeitsstellen in Schweden, Kanada, und England gewohnt.
Seit 2019 wohne ich in Deutschland und seit 2023 mit meiner Frau in Heigenbrücken, weil wir hier bezahlbar auf dem Land wohnen und trotzdem eine gute ÖPNV-Anbindung haben. Und die Grundversorgung ist vorhanden.
Hier möchte ich bleiben und mitwirken! Ich liebe den Wald. Seit 2024
pflege ich hier in der Umgebung die Wanderwegemarkierungen, zusammen
mit dem Wanderverein und dem Spessartbund.

Im Gemeinderat möchte ich einen Beitrag leisten für eine Gemeinde, in der
alle bezahlbar wohnen können, in der soziale Gerechtigkeit bei allen Themen
höchster Priorität hat, und in der wir gemeinsam die Weichen stellen für
die Zukunft. Denn vieles ist im Wandel. Im Kleinen in Heigenbrücken,
mit der alten Bahnfläche, dem ISEK, dem Sanierungsgebiet. Und im
Großen auf der Welt, deren Teil wir sind.

Der kleine Wandel ist im Gange. Die Folgen von Entscheidungen, die
demnächst anstehen, werden den Ortskern prägen weit über unsere eigene
Lebenszeit hinaus. Besonders hier ist die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen sehr wichtig.

Die Welt ist auch im Wandel. Der Klimawandel betrifft uns alle.
Energiewende, Mobilitätswende und Antriebswende verändern wie wir
künftig heizen und uns fortbewegen werden. Hier soll die Gemeinde
prüfen, wie sie unterstützen kann, damit der Wandel nicht zur
Armutsfalle wird oder Menschen ihrer Mobilität beraubt. Ohne Geld
muss die Gemeinde allerdings kreativ sein.

Wo es Pilotprojekte oder Fördermöglichkeiten für neue
Mobilitätskonzepte auf dem Land gibt, sollten wir uns darauf bewerben.
Carsharing kann für manche eine Alternative zu einem (Zweit)Auto sein.
Mit On-Demand-Angeboten, künftig vielleicht mit autonomem Fahren,
können Busverbindungen abends und am Wochenende verbessert werden, vor
allem außerhalb des Zentrums von Heigenbrücken. Sichere Fahrradwege
sind wichtig. Dank E-Bikes ist Radfahren in unseren Orten und unserer
Umgebung für mehr Menschen alltagstauglich geworden. Eine sichere
Infrastruktur soll entsprechend ausgebaut werden, die möglichst bei
(fast) jedem Wetter befahrbar ist.

Bei der kommunalen Wärmeplanung, die nach Gesetz bis 2028 entwickelt
werden muss, sollten wir genau schauen, wo gemeinsames Heizen eine
förderfähige Alternative ist – vor allem für diejenigen, die sich
den Ausstieg aus einer Ölheizung nicht leisten können.

Die Folgen des Klimawandels sind immer stärker spürbar. In
Heigenbrücken und Jakobsthal wohnen wir nah am Wald. Waldbrände werden
häufiger. Für unsere Sicherheit müssen wir darauf vorbereitet sein.
Das Gleiche gilt für Sturzfluten und die Folgen von anderen extremen
Wetterereignissen.

Auch die geopolitische Weltlage ist im Dorf sichtbar und hörbar.
Geflüchtete werden zu neuen Mitbürger*innen. Für die, die bleiben,
brauchen wir langfristige Integrationsangebote. Wir sollten prüfen,
wie Projekte wie das M.A.K.S. möglichst verstetigt werden können.
Das gegenseitige Kennenlernen wirkt als Schutz gegen Ausgrenzung und
Rassismus.

Wohnen wird immer teurer. 10 Bahnminuten von Aschaffenburg entfernt müssen wir aufpassen, dass die Mieten in Heigenbrücken bezahlbar bleiben.
Bei einem Neubau von Mehrfamilienhäusern auf der alten Bahnfläche
sollten wir schauen, ob die kommunale Wohnungsbaugesellschaft des
Landkreises Aschaffenburg dort Sozialwohnungen realisieren kann.
Gleichzeitig muss Leerstand behoben werden.

Heigenbrücken soll eine soziale Gemeinde sein und bleiben. Bei
kommunalen Aufträgen sollten wir berücksichtigen, dass Aufträge
möglichst an Unternehmen aus der Region gehen, die mindestens nach
Tarif bezahlen. Davon profitieren wir alle.

Noch gibt es in Heigenbrücken eine Grundversorgung mit Hausarzt,
Zahnarzt, Apotheke, Lebensmittelgeschäft. Die Gemeinde soll tun,
was sie kann, damit diese Grundversorgung bestehen bleibt.

Noch ein Wort zum Schluss. Selbstverständlich haben Gemeinderäte nicht die
Weisheit gepachtet. Wir nehmen uns lediglich mehr Zeit, uns mit Themen
auseinanderzusetzen, als die meisten Mitbürger*innen. Gemeinsam mit
einer starken ABV-Fraktion, mit einem konstruktiven Gemeinderat, aber
vor allem mit Euch und Ihnen machen wir Heigenbrücken und Jakobsthal
fit für die Zukunft und nehmen alle mit.

Anpacken, Beteiligen, Verwirklichen - ABV!